Hyperemesis Gravidarum

Was ist Hyperemesis Gravidarum

 

Hyperemesis gravidarum ist der Fachbegriff für extreme Schwangerschaftsübelkeit. Es bedeutet übermässiges Erbrechen in der Schwangerschaft bzw. unstillbares Erbrechen. Man spricht von Erbrechen von mehr als 5 Mal am Tag. Bei 3-10 von 1000 Schwangerschaften tritt diese Übelkeit auf und kann zu einer gefährlichen Austrocknung von Mutter und Kind führen. Bei übermässigem Erbrechen ist ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus dringend notwendig. Bei Nichtbehandlung kann Hyperemesis gravidarum, in seltenen Fällen, zum Tod von Mutter und Kind führen.

Eine Frau die an Hyperemesis Gravidarum (kurz HG) leidet, muss sich ca 5 - 50 mal am Tag übergeben und kann zeitweise weder feste Nahrung noch Flüssigkeit bei sich behalten. Diese extremen Übelkeitsattacken ziehen sich häufig über Stunden, Tage, Wochen oder sogar Monate und enden meistens mit der völligen Erschöpfung der Frau.

 

Die "normale" Schwangerschaftsübelkeit wird durch die zunehmende Hormonmenge im Blut hervorgerufen. Diese reizt das Brechzentrum im Gehirn. Die Ursachen für Hyperemesis sind weitgehend unklar. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Übelkeit eine Überreaktion des Körpers auf die zusätzlichen Hormone während der Schwangerschaft sein könnten.

 

Es ist sehr wichtig zu erwähnen das HG dem Baby in keinster Weise schadet. Was sicherlich nicht zu unterschätzen ist, sind die Nebenwirkungen der Medikamente, die man zur Bekämpfung der Übelkeit einnimmt, doch das liegt in der Verantwortung der behandelten Ärzte und natürlich jeder einzelnen Frau. HG gehört immer in fachärztliche Behandlung!

 

Vielerorts wir HG auch als „Psychisch“ abgestempelt. Vielleicht ist da etwas Wahres dran, aber nur ein klein wenig. Denkt mal darüber nach: Ihr habt eine Magendarminfektion, nach einem bis zwei Tage bist du schon ziemlich am Ende. Eine Schwangere mit HG hat das über Wochen. Dass irgendwann die Psyche nicht mehr mitspielt, ist denke ich mal normal. Dass man sehr leicht in schwere Depressionen fallen kann, und keinen Ausweg aus dem Kreislauf von Schlafen und Brechen mehr sieht, auch. In diesem Zustand haben viele betroffene Frauen über die Möglichkeit von Abtreibung oder Selbstmord nachgedacht.

 

Im Buch von Ashley McCall, bisher leider nur in englischer Sprache erschienenen, "Beyond Morning Sickness-Battling Hyperemesis Gravidarum", wird Hyperemesis folgendermassen beschrieben: "HG ist eine schwangerschaftsbezogene Krankheit, die ca 5 aus 1000 Frauen erleben. Es existiert keine generell akzeptierte Definition der Krankheit, folgende Eckpunkte gelten jedoch als allgemein anerkannt: HG beginnt normalerweise um die 6. SSW und verursacht extreme Übelkeit, Erbrechen, Unterernährung, Gewichtsverlust und Flüssigkeitsmangel. HG ist extrem schwächend, oft schwierig zu managen und erschwert das tägliche Leben für die Schwangere auf enorme Art und Weise."

 

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Wikipedia: Hyperemesis Gravidarum

 

Als Hyperemesis gravidarum (auch unstillbares Schwangerschaftserbrechen) wird ein übermässiges und anhaltendes, oft über den ganzen Tag wie auch nächtliches Erbrechen auch bei leerem Magen bezeichnet, das vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel (Trimenon) auftritt und etwa nach der 14. Schwangerschaftswoche abklingt, jedoch seltener bis jenseits der 20. Woche anhält. Vereinzelt leiden Frauen auch bis zur Geburt unter starker Übelkeit und Erbrechen. Etwa 0,5 bis 1 % der Schwangeren zeigen eine bedrohliche Hyperemesis gravidarum, die im Gegensatz zum häufig vorkommenden Schwangerschaftserbrechen (Emesis gravidarum) schwerwiegende Folgen mit erhöhter Gefährdung von Mutter und Kind nach sich ziehen kann. Wird Hyperemesis gravidarum unfachgemäss oder gar nicht behandelt, kann es dazu führen, dass der Leidensdruck der Schwangeren zu einer gewünschten Termination der Schwangerschaft führt, einzig aufgrund der unerträglichen Übelkeit und Erbrechen. Das Ernstnehmen der Patientin in ihrem Zustand und rasches therapeutisches Eingreifen sind von höchster Priorität.